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Seeber: "Mit der vergangenen Saison sehr zufrieden!"

        von FC Marbach

Interview mit Christian Seeber, Trainer vom FC Marbach auf Fupa.net

Christan Seeber und der FC Marbach gehören auch nächstes Jahr zu den Favoriten um den Aufstieg.
Christan Seeber und der FC Marbach gehören auch nächstes Jahr zu den Favoriten um den Aufstieg.

Noch vor einem Monat musste man die bittere Niederlage in der Relegation gegen den TSV Schwaikheim um den Aufstieg in die Landesliga hinnehmen. Seit 2014 ist Christian Seeber Trainer des FC Marbach, vorher trainierte er unter anderem die SpVgg 07 Ludwigsburg, den VFL Waiblingen und den TSV Merklingen. In einem Gespräch mit Ligaverwalter Tobias Rünz sprach Christian Seeber über die Niederlage in der Relegation, die kommende Saison und die Neuzugänge. Besonders zu erwähnen ist die Neuverpflichtung von Steffen Leibold, welcher Landes- und Verbandligaerfahrung mitbringt.

Christian Seeber, vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst für ein gemeinsames Interview. Mit dem Aufstieg in die Landesliga über die Relegation hat es am Ende gegen TSV Schaikheim nicht geklappt. Nach einem super Comeback, musste man in der 93. Minute noch den entscheidenden Treffer hinnehmen. Was sind die Gründe, dass es in diesem Spiel nicht zu einem Sieg gereicht hat?

Christian Seeber: Die Mannschaft bot dort eine phantastische Leistung, wir waren das klar bessere Team, bei einer Standardsituation aber nicht wach. Diese Partie war auch ein Spiegelbild der Saison. Wir haben gut gespielt, erspielen genug Chancen die wir nicht konsequent zu Ende spielen, und dem Gegner gelingt dann aus ganz wenigen Möglichkeiten ein Treffer.

Ihr habt die vergangene Bezirksliga Saison auf dem zweiten Platz abgeschlossen. Vor allem aber habt ihr eine super Rückrunde hingelegt und nur gegen die Reservemannschaften der SKV Rutesheim und dem FV Löchgau eine Niederlage hinnehmen müssen, dafür aber gegen den Meister TV Pflugfelden 6:2 gewonnen. Bist du mit der vergangenen Saison zufrieden, obwohl ihr euer Ziel Aufstieg verpasst habt?


Christian Seeber: Von Vereinsseite her sind wir mit der vergangenen Saison sehr zufrieden. Leider haben wir gerade in der Hinrunde wichtige Punkte liegen lassen. Einige dieser Punkteteilungen, insbesondere gegen Mannschaften des hinteren Bereichs der Tabelle, waren für uns etwas unglücklich - von daher war ich persönlich nicht ganz zufrieden. In der Rückrunde haben wir dann einiges besser gemacht und mehr Stabilität in der Defensive gehabt. Die Relegation war eine riesen Sache für uns. Wann spielt man in der Bezirksliga mal vor 600 – 800 Zuschauern? Hier möchte ich auch mal gerne meine Wertschätzung an unsere Vorstandschaft, allen voran unsere Vorsitzenden Sibylle Wieland, bekunden, die mit ihrem ehrenamtlich, unermüdlichen Engagement den Grundstein zum Erfolg gelegt haben.

In der Defensive standet ihr in der letzten Saison sehr kompakt, mit nur 27 Gegentore und elf Zu-Null-Spielen - damit habt ihr am wenigsten Gegentore aller Mannschaften bekommen. Was waren die Gründe dafür?


Christian Seeber: Verteidigungsarbeit hat eine neue Wertigkeit bekommen. Wir haben ein paar taktische Dinge verändert, sichern einige Räume anders ab. Unsere Haltung zum Verteidigen und die wenigen Gegentore hat sich im Laufe der Saison motivierend auf die Mannschaft übertragen. Dann hat man auch mal das Quäntchen Glück.

Nun kommen wir zur Saison 16/17. Gibt es von deiner Seite bereits eine klare Zielvorgabe für die neue Saison?


Christian Seeber: Den Aufstieg in die Landesliga geben wir nicht vorbehaltlos als Zielstellung aus. Wir haben zwar einen sehr guten Kader zusammengestellt, jedoch am Beispiel Pflugfelden war zu erkennen, dass es jede Saison eine “Überfliegermannschaft” geben kann mit der man so nicht geplant hatte. Man muss auch sehen, wie man verletzungsfrei über die Runde kommt. Mit unseren Verstärkungen traue ich der Mannschaft sehr wohl zu, sich unter den ersten drei Mannschaften zu etablieren. Dieses Ziel gehen wir sehr optimistisch an!

Aus angegeben Anlass muss ich auch dich fragen, was hältst du von der kommenden Saison mit 18 Mannschaften?


Christian Seeber: Durch den damit verbundenen verschärften Abstieg wird es bestimmt eine sehr anspruchsvolle, auf guten Niveau ablaufende Saison werden. Hierbei wird es sehr wichtig sein, schon in der Hinrunde ein gutes Punktepolster zu sammeln, um nicht aus welchen Gründen auch immer, in den Sog des Abstiegskampfs zukommen.

Mit dem TSV Eltingen, TSV Münchingen, SV Salamander Kornwestheim und FV Ingersheim sind vier Mannschaften aus der Landesliga abgestiegen. Wo siehst du die vier Mannschaften?

Christian Seeber: Ich kann mir vorstellen, dass Kornwestheim durch seine langjährig gewachsenen Strukturen und Zusammenbleiben der Truppe eine wichtige Rolle im Aufstiegskampf mitspielen kann. Bei Ingersheim, Münchingen und Eltingen muss man abwarten, wie die großen personellen Wechsel auf das Mannschaftsgefüge auswirken werden.

Welche Mannschaften kämpfen deiner Meinung mit euch um den Aufstieg in die Landesliga?


Christian Seeber: Salamander Kornwestheim, TSV Merklingen; TSV Flacht, SKV Rutesheim II.

Mit Dennis Vorbusch verlässt euch euer Stammkeeper aus der vergangenen Saison zum TSV 1899 Benningen, gibt es weitere Abgänge zu vermelden?

Christian Seeber: Der Abgang nach vorausgegangener Zusage von Dennis Vorbusch hat uns neun Tage vor Transferschluss überrascht. Ich bin froh, dass wir mit Patrick Chanab noch einen äquivalenten Ersatz finden konnten. Weiter verlassen haben uns die Spieler Denis Kolak, Leon Kraguljac (Croatia Bietigheim); Marvin Schnalke, Lukas Möhle; Patrick Flamm (TSV 1899 Benningen); Patryk Jedrzejczyk (FV Ingersheim); Maximilian Lübbe, Jerry Kleiss (Studium); Nikola Sremac (TV Zazenhausen); José Macias (Karriereende).

Welche Neuzugänge kannst du vermelden und an wen hast du besondere Erwartungen?


Christian Seeber: Durch den Abstieg von den vier Landesligisten mussten wir agieren und die Qualität des Kaders weiter stärken. Wir haben bei unseren Neuverpflichtungen sehr viel auf Charakterstärke gelegt, um die Mannschaftsstruktur weiter zu festigen. Durch den Zugang von Steffen Leibold mit seiner Landes-/Verbandsligaerfahrung im defensiv Bereich und Torspieler Patrick Demut (Anm. 12 Nominierungen in der FuPa-Elf) vom Landesligisten 07 Ludwigsburg haben wir uns sportlich sehr gut verstärkt, aber auch Spieler wie Timo Binder, Tim Vogel, Nesreddine Kenniche, Marco Caniglia passen voll in unser Mannschaftsgefüge. Hinzu kommen noch die Spieler Christian Benz, Lukas Danner und Seyithan Erdogan  aus unserem eigenen Jugendbereich.

Mit Kordian Zieba, Spielführer der vergangenen Saison, haben wir bereits in der letzten Saison ein Interview geführt. Wie wichtig ist er für die Mannschaft gewesen und welche Rolle spielt er in der kommenden Saison?


Christian Seeber: Wir wissen in Marbach, was wir an Kordi haben. Er ist mein verlängerter Arm auf dem Platz, vertritt aber gleichzeitig auch die Interessen der Mannschaft und genießt bei allen eine hohe Wertschätzung. So wie er, muss ein Kapitän sein Amt ausüben.

Interview mit Christian Seeber, Trainer vom FC Marbach. Autor: Tobias Ranz / fupa.net

Knockout in der 93. Minute

        von FC Marbach

Muhammet Kodal ist enttäuscht. Nicola de Pilla am Boden: Der Stürmer hatte in der 69. Minute eine große Chance, konnte den Schwaikheimer Keeper aber nicht überwinden.
Muhammet Kodal ist enttäuscht. Nicola de Pilla am Boden: Der Stürmer hatte in der 69. Minute eine große Chance, konnte den Schwaikheimer Keeper aber nicht überwinden.

Julia Spors, Marbach - Das Bild passte zum Ergebnis. Kaum war das Relegationsspiel zwischen dem FC Marbach und dem TSV Schwaikheim abgepfiffen, prasselte der Regen auf den Platz herunter. Das ganze Spiel über hatte das Wetter gestern trotz drohender dunkler Wolken gehalten. Mit dem Abpfiff öffnete der Himmel dann aber seine Pforten und hüllte die Marbacher Spieler in Regen. Die saßen bedröppelt und fassungslos auf dem Rasen, schienen die fallenden Tropfen jedoch kaum zu regis­trieren. Denn: Zu bitter war der Moment.

Es war die 93. Minute, als die Marbacher ihren Traum vom großen Finale um den Aufstieg in die Landesliga begraben mussten. Viele hatten zu diesem Zeitpunkt bereits mit einer Verlängerung im Steinheimer Riedstadion gerechnet. Doch dann nahm Felix Weiblen, der Kapitän der Schwaikheimer, bei einem Freistoß kurz vor der Strafraumgrenze Maß und donnerte das Leder mittig in die Maschen. Weiblens Treffer – er war das 3:2 und stürzte den TSV in Jubeltaumel. Die FCler waren indes geschockt und rangen auch Minuten später noch nach Worten. „Wenn du sechs bis sieben Hundertprozentige hast und dann ausgerechnet mit der letzten Aktion, einem Freistoß, ein Tor bekommst, ist das ganz bitter. Wir hatten danach ja keine Zeit mehr, noch etwas zu erwidern“, ärgerte sich Routinier José Macias über die eigenen vergebenen Möglichkeiten und den Lucky Punch des Gegners. Zumal die Schillerstädter keine zwei Minuten zuvor ebenfalls einen Freistoß aus bester Position hatten und das goldene Tor hätten erzielen können. Patryk Jedrzejcyk donnerte den Ball jedoch über das Tor. Es war nicht die einzige gute Aktion, die vergeben wurde.

„Wir waren klar die bessere Mannschaft, spielerisch gut und haben uns viele Chancen erarbeitet“, resümierte FC-Trainer Christian Seeber. Mittelfeldmann Kordian Zieba fand: „Wir waren gefühlt stärker, hätten aber am Anfang unsere Tore machen müssen.“ Doch genau das gelang trotz bester Chancen von José Macias, Angelo de Capua, Muhammet Kodal und Patryk Jedrzejcyk nicht. Stattdessen ging der Gegner in der 12. Minute nach einem extrem abseitsverdächtigen Kopfballtor mit 1:0 in Führung. In der 23. Minute legte Schwaikheim dann sogar noch nach einem Konter das 2:0 drauf. Angelo de Capua war es schließlich, der mit einem Schuss aus spitzem Winkel auf 1:2 verkürzte (27.). Bis zum 2:2-Ausgleich von Muhammet Kodal in der 67. Minute dauerte es dann aber noch eine Weile. Danach war es ein offener Schlag­abtausch, bei dem es hüben wie drüben immer wieder gefährlich wurde. „Da haben wir es versäumt, das 3:2 zu machen. Wir hatten gute Aktionen“, so Seeber. Am Ende schien die Verlängerung nahe, bis eben zwei letzte Freistöße aus bester Position folgten. Während Jedrzejcyk vergab, traf Weiblen – und das Duell war entschieden.

„Ärgerlich, dass man so einen Nackenschlag kurz vor der Verlängerung bekommt. In der Verlängerung hätte es nicht wehgetan, denn ich hatte das Gefühl, der Gegner war platt und wir hatten noch zwei frische Leute auf der Bank“, sagte Seeber. José Macias, der bedient auf dem Rasen saß, meinte: „Das ist wie so oft im Fußball. Es gewinnt nicht immer die bessere Mannschaft. Die anderen haben ihre Chancen eben effektiv genutzt.“ Kordian Zieba richtete seinen Blick kurz nach dem Knockout schon wieder gen Zukunft, während seine Teamkameraden noch haderten. „Es ist schade, wir haben eine gute Saison gespielt. Aber aus solchen Niederlagen lernt man. Wir schlafen jetzt wahrscheinlich ein paar Tage schlecht, aber dann geht es wieder weiter.“

FC Marbach: Vorbusch – Weinzierl, Kolak, Bez, Fortino – Jedrzejcyk, Macias, Zieba, Fees (62. de Pilla) – de Capua, Kodal.