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FC Marbach hat zwei Endspiele vor der Brust

        von Ritter

Marvin Goncalves (links) laboriert noch an einem Pferdekuss, fährt aber mit nach Crailsheim. Foto: Archiv (avanti)
Marvin Goncalves (links) laboriert noch an einem Pferdekuss, fährt aber mit nach Crailsheim. Foto: Archiv (avanti)

Julia Spors, Marbach - Schon seit Wochen deutet alles auf einen spannenden Endspurt in der Fußball-Landesliga hin. Während bislang einzig für den Tabellenletzten SV Leingarten der Abstieg endgültig besiegelt ist, kämpfen davor noch vier Mannschaften gegen eben diesen beziehungsweise um den einen Relegationsplatz. Darunter auch der FC Marbach, der aktuell auf dem vorletzten Rang steht, jedoch noch alles selbst in der Hand hat. Am morgigen Samstag (15.30 Uhr) bekommt es das Team zwar mit einem ganz schweren Kaliber zu tun, wenn es zum aktuellen Tabellenzweiten TSV Crailsheim muss, kommende Woche steht dann aber das alles entscheidende Duell gegen TURA Untermünkheim auf dem Plan. Einem Team, das ebenso wie der FC um den Verbleib in der Liga kämpft. Mit einem Punkt mehr auf dem Konto rangiert TURA zwar zwei Plätze vor den Marbachern. Im direkten Duell könnte der FC den Gegner dann aber hinter sich lassen – vorausgesetzt man holt morgen mindestens einen Punkt in Crailsheim. „Das wird eine ganz schwere Geschichte, aber alles drumherum reden bringt nichts. Wir müssen von dort etwas mitnehmen“, sagt FC-Trainer Christian Seeber und fügt an: „Wir haben jetzt zwei Endspiele – und genau so müssen wir sie auch angehen. Wir werden alles raushauen, was wir haben.“

Das Gute: Personell hat sich die Lage im Gegensatz zur Vorwoche entspannt. Pierre Fees und Denis Kolak, die zuletzt privat verhindert waren, sind wieder im Kader. Und auch Ricardo Dias hat seine Magen-Darm-Grippe überwunden und kann dem Team helfen. Fraglich ist einzig, ob Marvin Goncalves spielen kann. Der Mittelfeldakteur laboriert noch an einem Pferdekuss. „Ein Kurzeinsatz ist aber mit Sicherheit denkbar“, meint Christian Seeber, der froh ist, wieder mehr Alternativen zu haben. Zuletzt hatte sich das Team nämlich quasi im Alleingang aufgestellt. Mit diesem Hintergrund schlug sich die Mannschaft dennoch beachtlich. „Was wir momentan Woche für Woche abliefern, ist sensationell“, meint Seeber sogar. Von den vergangenen sieben Spielen ging gerade einmal eines verloren, ansonsten holte der FC Marbach mindestens einen Punkt. Das, sowie die Art und Weise, wie sein Team zuletzt gegen Mannschaften aus der oberen Tabellenhälfte aufgetreten ist, stimmen Seeber vor dem alles entscheidenden Show-Down zuversichtlich. Gegen den Dritten SG Sonnenhof Großaspach II erkämpften die Schillerstädter vor Kurzem ein 1:0, Spitzenreiter TSV Ilshofen rangen sie ein 1:1-Unenschieden ab. Nun geht es also zum Tabellenzweiten nach Crailsheim, der zuletzt fünfmal in Folge gewann, die restlichen Liga-Partien aber eigentlich ganz entspannt angehen könnte. Die Aufstiegs-Relegation haben die Crailsheimer schließlich sicher.

„Sie haben eine top Truppe, die ein enorm gutes Spiel nach vorne hat“, zollt Seeber dem Gegner Respekt. Er weiß: „Crailsheim spielt extrem schnell und agiert mit vielen Diagonalbällen, da muss man aufpassen. Sie haben viel Qualität in ihren Reihen und durchweg lauter kompakte Spieler.“ Gegen diese müssen sich seine Mannen – darunter auch einige A-Jugendspieler – behaupten. „Wir werden, wie in den vergangenen Wochen nur nach uns schauen und versuchen es so hinzukriegen, dass wir es nächste Woche gegen Untermünkheim in der eigenen Hand haben, den Relegationsplatz erreichen“, sagt Christian Seeber und macht klar: „Alle wissen, worum es geht. Wir werden unser Bestmöglichstes abliefern.“

Ein Derby zwischen Himmel und Hölle

        von Ritter

Der FC hofft, dass Dominik Gallert heute wieder dabei ist. Foto: Archiv (avanti)
Der FC hofft, dass Dominik Gallert heute wieder dabei ist. Foto: Archiv (avanti)

Lars Laucke, Marbach - Das Landesliga-Derby zwischen dem FC Marbach und der Spvgg 07 Ludwigsburg heute Nachmittag (15.30 Uhr) als „wichtiges Spiel“ zu bezeichnen, wäre eine maßlose Untertreibung. „Abstiegskampf pur“ trifft es wohl deutlich besser. Im besten Fall könnte der FC mit einem Sieg nicht nur die 07er hinter sich lassen, sondern auch an TURA Untermünkheim und dem SV Kornwestheim vorbeiziehen. Im schlechtesten Fall würde man Vorletzter bleiben und zwei Spieltage vor Saisonende vier Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz haben. Himmel oder Hölle – für die Schillerstädter ist nach diesem Spieltag also alles möglich.

Und ausgerechnet jetzt sind die Personalsorgen bei FC-Trainer Christian Seeber größer denn je. Kapitän Denis Kolak und Pierre Fees sind privat verhindert. Marvin Goncalves konnte unter der Woche nur ganz leicht trainieren, sein Einsatz ist sehr fraglich. „Und auch hinter Ricardo Dias steht ein dickes Fragezeichen, er liegt mit einer Magen-Darm-Grippe flach“, erklärt Seeber, dem ja zudem die Langzeitverletzten Charalampos Xanthopoulos und Julian Kübler fehlen. „Und ob Dominik Gallert wieder dabei sein kann, entscheidet sich erst kurzfristig. Trainiert hat er die vergangenen zwei Wochen aber nicht“, sagt der FC-Coach. Zu allem Überfluss ist Pawel Dregan nach seiner Roten Karte im Spiel bei der SKV Rutesheim nach derzeitigem Stand für sechs Wochen gesperrt worden. „Dann könnte er in einer eventuellen Relegation auch nicht spielen. Das wäre ein Witz. Da habe ich schon viel schlimmere Platzverweise gesehen, nach denen die Leute drei Wochen später wieder gespielt haben“, ärgert sich Christian Seeber.

Angesichts seiner massiven Personalsorgen will sich der Marbacher Trainer über den Gegner gar keine großen Gedanken machen. „Damit beschäftige ich mich erst, wenn ich weiß, wer bei uns überhaupt spielen kann. Große Überraschungen kann es bei 07 ja eigentlich nicht geben“, glaubt Seeber, der sich aber schon ein wenig wundert, dass sein Ex-Verein im Abstiegsstrudel steckt: „Sie schreiben zwar immer davon, dass zwölf oder mehr Leute verletzt sind. Aber wenn ich sehe, dass vergangene Woche eine Mannschaft auf dem Platz stand, in der mindestens die Hälfte schon Verbandsliga oder höher gespielt hat, dann frage ich mich schon, wie die da unten hingekommen sind.“ Von den vier Spielern, die vor der Saison vom FC Marbach nach Ludwigsburg gewechselt waren, spielte zuletzt übrigens nur Keeper Patrick Demut. Andreas Kindl und Sezgin Kaya sind verletzt, Florian Gayer hatte Prüfungen, wird heute aber wohl wieder dabei sein.