Jugendleitung

Regeln für die Jugendtrainer

1. Vorbemerkung

Der Jugendfußballtrainer im Allgemeinen

Ein Jugendfußballtrainer ist die Person, die eine Fußballmannschaft ausbildet, führt, aufstellt, leitet und erzieht, ohne ihr selbst anzugehören.

Die Tätigkeit eines Jugendfußballtrainers ist mit viel Arbeit, Geduld und Verantwortung verbunden. Denn sie beschränkt sich nicht nur auf Fußball. Gerade für die Jugendlichen hat der Jugendfußballtrainer eine Vorbildfunktion die es ermöglicht, bestimmte Regeln oder Werte weiterzugeben. Er ist oft dichter an den Jugendlichen dran als die Schule oder die Eltern. Sei Dir dessen bei Deinen Handlungen und bei Deinem Auftreten bitte stets bewusst.

Es werden hohe Anforderungen an den Jugendfußballtrainer gestellt. Nicht nur im fußballerischen Bereich. Die Integrationsarbeit, die soziale Verantwortung bis hin zur Zusammenarbeit mit den Schulen und Eltern, all dies wird von einem Jugendfußballtrainer verlangt. Darüber hinaus besteht seine Arbeit darin, auch den Jugendlichen und Kindern Werte zu vermitteln, Perspektiven aufzuzeigen. Du bist eine Vertrauensperson für private Probleme.

Der Jugendfußballtrainer beim FC Marbach e.V.

Als Jugendfußballtrainer des FC Marbach e.V. hast Du zusätzlich zu den im Allgemeinen schon angeführten Punkten auch die Aufgabe, die Spieler näher an den Verein heranzuführen. Wann und wie entstand der Verein? Was war die höchste Spielklasse in der Geschichte des Vereins und in welcher Saison war dies der Fall? Gibt es ehemalige Vereinsspieler, die den Sprung in die Bundesliga geschafft haben?

Wichtig ist natürlich auch der aktuelle Stand. Informiere Deine Jugendspieler immer über die Neuigkeiten beim FC Marbach.

Es ist nicht leicht, aber in der Ruhe liegt die Kraft. Bitte denke auch daran, dass niemand perfekt sein kann! Jedoch liebe Du als erster Deinen Verein, dann werden ihn auch die Spieler lieben! FC Marbach – mehr als nur ein Verein!

2. Vorbildfunktion eines Jugendfußballtrainers

Was erwartet der Verein von Dir? Hast Du dich schon mal gefragt, was unter Vorbildunktion gemeint ist? Hier ein paar Punkte, die Du unbedingt beachten sollst:

Ansprechpartner der Kinder: Die Kinder und Jugendliche können mit Ihren Problemen zu Dir kommen, unabhängig ob privater oder fußballerischer Natur. Dadurch werden die Kinder auch untereinander offener.

Autorität: Die Kinder und Jugendlichen folgen Deinen Anweisungen. Allerdings solltest Du immer darauf achten, dass dies durch positive Anerkennung erfolgt und nicht durch Angst.

Ehrlichkeit: Sei immer offen und ehrlich. Versuche nicht, die Probleme im Team zu verheimlichen oder schönzureden. Nur so lernt man aus Fehlern.

Engagement: Nehme dir die Zeit, um alles richtig umzusetzen. Setze die Kinder und Jugendlichen nicht unnötig unter Druck.

Geduld: Werde nicht ungeduldig, wenn Ziele oder Anweisungen nicht schnell genug erreicht oder umgesetzt werden.

Fairplay und Emotionen: Übe keine Kritik an Schiedsrichtern und sei ein guter Verlierer oder Gewinner. Fordere die Kinder und Jugendlichen auf, sich nach einem Foulspiel zu entschuldigen. Fairplay gilt auch im Umgang miteinander. Achte darauf, dass Du keine Ausraster hast! Bleibe sachlich. Körperliche und seelische Gewalt sind ein absolutes Tabu.

Gepflegter Wortschatz: Kraftausdrücke haben beim Kinder- und Jugendfußball nichts zu suchen.

Höflichkeit: Lebe Deinen Spielern einen höflichen Umgang vor. Gegner, Schiedsrichter, Platzwart und Eltern freuen sich über ein wenig Höflichkeit.

Integrationsfähigkeit: Es darf Dir keine Probleme bereiten, neue Kinder oder Jugendliche ins Team aufzunehmen. Vermittle und fördere die Integrationsfähigkeit auch unter den Kindern und Jugendlichen.

Drogen, Alkohol und Rauchen: Der erste Punkt versteht sich von selbst. Alkohol und Rauchen ist auf dem Spielfeld, in den Umkleideräumen sowie bei Mannschaftsbesprechungen im Freien auch außerhalb vom Spielfeld bei Heimspielen sowie bei Auswärtsspielen ein absolutes Tabu.

Kritik und Konflikte: Kläre Konflikte im Team immer sofort und stelle Dich jeder Kritik sachlich und ohne nachtragend zu sein. Kommt die Kritik von den Eltern, übe keine „Rache“ an den Spielern aus.

Konsequentes Handeln und Disziplin: Setze Regeln durch, notfalls mit Strafen im Trainingsbetrieb. Behandle dabei jeden Spieler gleich.

Pünktlichkeit, Selbstvertrauen, Zuverlässigkeit: Halte selbst diese Punkte ein. Nur dann kannst Du es von Deinen Spielern verlangen.

Teamgeist: Lebe den Teamgeist. Sage den Kindern und Jugendlichen wie wichtig sie sind!

3. Aufgaben vom Jugendfußballtrainer neben dem Platz

Ganz wichtig in einem Verein sind auch die Aufgaben neben dem Platz. In erster Linie trainierst Du eine Mannschaft. Allerdings musst Du immer daran denken, dass Du selbst zu einer Mannschaft gehörst. Achte immer auf einen angemessen respektvollen Umgang mit Deinen Trainerkollegen, den Vereinsverantwortlichen und den Eltern. Befolge selbst auch die Vereinsregeln bzw. die Hausordnung.

Animateur: Sorge für positive Stimmung und viel Spaß, insbesondere beim Training. Die Trainingszeit ist die längste gemeinsame Zeit des Teams.

Eltern: Über die Eltern lernst Du häufig die Kinder und Jugendlichen besser kennen. Eltern können Dir bei organisatorischen Aufgaben helfen. Achte aber immer darauf, dass Du dich bei Trainerentscheidungen nicht beeinflussen lässt.

Fahrdienste: Organisiere Fahrdienste zu den Auswärtsspielen. Informiere Dich von Zeit zu Zeit, wie die Kinder und Jugendlichen zum Training oder Spiel kommen.

Freizeitaktivitäten: Organisiere Ausflüge und andere Aktivitäten für Deine Mannschaft. Dies stärkt den Teamgeist und bindet die Kinder und Jugendlichen ans Team. Hierzu binde wiederrum die Eltern mit ein.

Loyalität: Verhalte Dich loyal. Dies betrifft Deinen Verein und Dein Team. Probleme und Differenzen werden intern geklärt. Rede im Team niemals schlecht über den Verein.

Pflege der Trainings- und Spielprodukte: Organisiere und kontrolliere den pfleglichen Umgang mit Trainingsmaterial und Trikots.

Spielberechtigungen: Sorge für die ordnungsgemäße Spielberechtigung der Kinder und Jugendlichen. Bitte denke immer daran, den Antrag rechtzeitig abzugeben. Lasse nie einen Spieler ohne Spielberechtigung spielen – dies könnte versicherungstechnische sowie rechtliche Folgen haben.

Kommunikation unter Trainerkollegen: Der Meinungsaustausch im Verein und mit vereinsfremden Trainern ist wichtig.

Vereinsarbeit: Bei Arbeitseinsätzen für den Verein bist Du natürlich dabei. Nehme aber die Kinder und Jugendlichen mit in die Verantwortung. Es gibt Arbeit für jedes Alter. Lebe mit Deinem Team auch den Grundsatz: "Der Verein sind Wir!"

Vereinsführung: Der Vorstand, der Vereins- und Jugendausschuss, der Jugendleiter, sowie die sportliche Leitung sind wichtige Ansprechpartner. Ein guter und konstruktiver Kontakt sollte daher vorhanden sein.

Vereinszugehörigkeit: Es ist obligatorisch, dass die Mitglieder Deines Teams dem Verein beitreten. Sorge deshalb dafür, dass jedes neue Kind bzw. jeder neue Jugendliche in Deinem Team unverzüglich einen Aufnahmeantrag stellt.

4. Wie verhalte ich mich an einem Spieltag?

Zu den Aufgaben eines Jugendfußballtrainers gehört auch die Organisation eines Spieltages. Da die Organisation das A und O eines Spieltages ist, achte immer darauf, dass Du es nicht alleine organisieren musst, sondern hole Dir immer die Unterstützung Deiner Betreuer oder Eltern. Je mehr Helfer Du hast, umso stressfreier wird die Organisation.

Vor dem Spiel: Verteile den Spielplan an sämtliche Kinder und Jugendliche mit Angaben von Treffpunkt, Uhrzeit und Gegner. Spielbogen richtig ausfüllen. Auf- und Abbau des Spielfeldes. Schiedsrichter (soweit nicht vom Verband gestellt) und Schiedsrichterbetreuung organisieren. Achte darauf, dass Dein Team die gegnerische Mannschaft immer per Handschlag begrüßt und auch wieder verabschiedet. Zu der gegnerischen Mannschaft gehören auch die Eltern.

Ordnungsdienst: Schreite sachlich bei Problemen am Spielfeldrand ein. Insbesondere Eltern oder Zuschauer, die sich nicht korrekt verhalten, müssen zurecht gewiesen werden. Hole Unterstützung, falls Du den Eindruck haben solltest, dass die Situation eskalieren könnte.

Fachliche Kompetenz: Stelle die Mannschaft auf das Spiel richtig ein. Eventuelle taktische Vorgaben, je nach Jahrgang.

Gebe Selbstvertrauen: Eine angemessene Portion Selbstvertrauen steigert das Leistungsvermögen.

Loben, trösten, ermutigen: Jeder Mensch benötigt positiven Zuspruch, Kinder und Jugendliche sowieso.

Getränke: Beim Sport müssen immer ausreichend Getränke vorhanden sein, achte darauf.

Gleiche Spielanteile: Alle Kinder in den jungen Jahrgängen sollen eine Einsatzzeit von mindestens 50% der Spieldauer bekommen.

Stelle den Leistungsgedanken in den Hintergrund: Jeder will gewinnen, aber nicht um jeden Preis. Fußball soll gerade im G- und F-Juniorenbereich ein Fest, eine Party sein und Spaß bereiten. Leistungsdruck ist hier störend.

Totales Fairplay: Sei ein guter Gewinner, vor allem aber ein guter Verlierer.

Denke immer daran, dass der Jugendfußballtrainer der Verantwortliche für jeden Spieler ist. Du darfst den Sportplatz erst dann verlassen, wenn der letzte Spielergegangen ist. Achte auch immer darauf, dass Du die Umkleideräume immer sauber verlässt. Übernehme allerdings keine Haftung für Wertgegenstände. Teile dies den Eltern, Kindern und Jugendliche immer wieder mit. Achte auch immer darauf, dass der Trikotkoffer oder das mitgebrachte Trainingsmaterial immer vollständig ist.

5. Durchführung des Trainingsbetriebes

Gestalte Dein Training immer altersgerecht und abwechslungsreich. Besuche die vom DFB / WFV vorgeschlagene Schulungen und bilde Dich regelmäßig fort. Informiere Dich immer über die Änderungen im Trainings- oder Spielbetrieb der jeweiligen Altersstufe. Sorge auch immer dafür, dass genügend Trainingsmaterial vorhanden ist. Nach Trainingsende hat Dir die gleiche Anzahl der Trainings-materialien wieder vorzuliegen. Gehe sorgfältig mit den Trainingsmaterialien um!

Pünktlichkeit und Vorbereitung: Komme immer pünktlich und vorbereitet zu Deinem Training. Erwecke nie den Eindruck, dass Du nicht weißt, was Du mit den Kindern und Jugendlichen trainieren sollst. Falls du verhindert sein solltest, informiere rechtzeitig Dein Trainerteam, damit diese sich ebenfalls gut vorbereiten können.

Improvisation: Wenn eine Übung nicht funktionieren sollte, dann stelle kurzfristig das geplante Training um. Die Ausweichübungen solltest Du bei der Vorbereitung immer mit einplanen.

Individuelle Korrektur: Achte bei jedem Kind oder Jugendlichen auf individuelle Fehler in der Übungsausführung und korrigiere sie. Falsche Bewegungsmuster können gesundheitliche Schäden hervorrufen.

Konzept und Konzept-Überwachung: Erstelle ein langfristiges Konzept mit realistischen Zielsetzungen. Setze Dich mit der sportlichen Leitung in Verbindung.

Vorführung: Demonstriere Übungen und Techniken, gerade im Kinderfußball.

Eine Studie hat erwiesen, dass immer mehr Kinder und Jugendliche gesundheitliche Probleme haben bzw. bekommen werden. Dies kommt unter anderem auch vom falschen Gehen, Sitzen, Laufen und Liegen. Die Altersrate der Kinder und Jugendlichen, die ihre Zeit vor PC, Laptop und Spielkonsolen verbringen, ist dermaßen gesunken, dass heutzutage bereits Kinder im E-Jugend-Alter Haltungsschäden aufweisen. Diese gesundheitlichen Einschränkungen kann man ganz leicht testen. Lass die Kinder und Jugendliche z. B. abwechselnd immer zehn Sekunden auf ein Bein stehen. Die Ergebnisse werden für sich alleine sprechen.
Als Sportverein haben wir die Aufgabe, auf die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen zu achten. Plane daher bitte zukünftig in Deinen Trainingseinheiten immer ein 10-minütiges Gymnastikprogramm ein, in welchem durch kleine Übungen die Stabilisation der Knochen, der Muskeln und der richten Körperhaltung gefördert wird.