Spielberichte 2. Mannschaft

Weit weg von oben, zu gut für unten

        von Ritter

Der FC Marbach II steht in der Fußball-Kreisliga B2 Enz-Murr jenseits von Gut und Böse.

Für Spielertrainer Alexander Schwarzenberger ist die restliche Spielzeit fast schon Vorbereitung auf die nächste Saison. Foto: Archiv (avanti)
Für Spielertrainer Alexander Schwarzenberger ist die restliche Spielzeit fast schon Vorbereitung auf die nächste Saison. Foto: Archiv (avanti)

Von Marek Lantz - Im sicheren Mittelfeld der Kreisliga B2 Enz-Murr hat sich die Mannschaft des FC Marbach II nach dem Abstieg im Sommer eingependelt. „Wir können uns eigentlich schon auf die nächste Saison vorbereiten“, sagt Spielertrainer Alexander Schwarzenberger. Denn mit 24 Punkten steht die FC-Zweite jenseits von Gut und Böse auf dem siebten Tabellenplatz. Selbst bei einer Siegesserie in der Rückrunde ist kaum davon auszugehen, dass das Spitzentrio so viele Zähler liegen lässt, um die Marbacher noch einmal ins Aufstiegsgeschäft kommen zu lassen. Angesichts von 14 Punkten Vorsprung auf die Abstiegsränge ergibt sich nach hinten ein vergleichbares Bild: „Wir sind zu stark, um da noch einmal hineinzurutschen“, ist Schwarzenberger ohnehin sicher. Doch er hatte sich vor der Runde mehr erhofft: „Wir wollten vorne mitspielen, haben aber einige unnötige Niederlagen kassiert“, sagt der Coach rückblickend. Zwar habe man viele Partien spielerisch dominiert, doch vor allem in puncto Effektivität vor dem gegnerischen Tor haperte es regelmäßig. Zudem sei der doch recht kleine Kader eine Achillesferse gewesen. „Wenn ein oder zwei gute Leute ausfielen, konnten wir das oft nicht wirklich kompensieren. Aber als zweite Mannschaft muss man nun einmal öfter zurückstecken“, will Schwarzenberger deswegen nicht klagen.

Die lange Vorbereitung nutzte er nun, um größere Korrekturen an der Spielidee einzuleiten. „Wir haben viel an der Defensive gearbeitet und darauf auch in den Testspielen gegen höherklassige Gegner Wert gelegt. Da wir keinen mitspielenden Torhüter haben und unsere Innenverteidiger nicht die schnellsten sind, wollen wir künftig von der Grundordnung her etwas tiefer
stehen“, gibt der Coach Einblick in seine Überlegungen. Derzeit, gesteht er, tun sich seine Akteure jedoch noch schwer mit der veränderten Spielidee: „Wir sind gerade an dem Punkt, an dem die Spieler auf dem Platz öfter mal überlegen, wie sie sich verhalten sollen und deswegen Fehler machen. Aber da müssen wir durch“, erklärt Schwarzenberger, dem auch noch das gegenseitige Coachen auf dem Platz fehlt. Angesichts der tabellarischen Stellung im Niemandsland kann man sich jedoch ein derartiges Experimentieren leisten. „Genau genommen, versuchen wir jetzt schon die Spielweise für die kommende Saison zu entwickeln. In der Rückrunde stehen daher nicht unbedingt die Ergebnisse im Vordergrund“, fasst der Trainer zusammen. Vergleichsweise viel hat sich im Winter für einen B-Ligisten in Kader der FC-Zweiten getan. Zwar verlor man mit Kerem Colak, der zum GSV Steinheim wechselte, und Torwart Florian Morlok, der umzugsbedingt ausschied, zwei Spieler. Doch demgegenüber
kann Schwarzenberger künftig auf fünf zusätzliche Akteure zurückgreifen.
Vier davon sind Rückkehrer, die das Team kennen und keine Eingewöhnungszeit
brauchen dürften: Vom TV Pflugfelden II kam Abwehrspieler Toni LaMacchia zurück, Patrick Dworschak weilte zuletzt zum Auslandssemester in den USA, David Lüdtke studierte ein halbes Jahr in Bayreuth und Fabian Kirschner steigt nach einer Fußballpause wieder ein. Bereits 33 Jahre alt ist der
fünfte Novize, doch der verspricht eine echte Verstärkung zu werden. Denis Dehouche hat es aus der Schweiz nach Marbach verschlagen, und er wird von Schwarzenberger als sein Partner auf der Doppelsechs eingeplant. „Er hat schon in Deutschland und der Schweiz höherklassig gespielt. Anfangs hat er bei unserer AH-Mannschaft mittrainiert, doch da war ihm das Tempo dann doch zu langsam“, erzählt der Trainer. Allerdings steht für Dehouche noch die
Freigabe durch den Verband aus.