Spielberichte 1. Mannschaft

Der FC will die nächste Aufholjagd starten

        von Ritter

Fußball-Landesligist FC Marbach hat als Vorletzter überwintert – wie schon vor einem Jahr.

Der Abgang von Patryk Jedrzejczyk in Richtung Hannover ist für den FC Marbach ein herber Verlust.  Foto: Archiv (avanti)
Der Abgang von Patryk Jedrzejczyk in Richtung Hannover ist für den FC Marbach ein herber Verlust. Foto: Archiv (avanti)

Lars Laucke, Marbach - Viele beim FC Marbach dürften sich an die Situation vor einem Jahr erinnert fühlen. Auch damals standen die Schillerstädter in der Winterpause auf dem vorletzten Platz der Landesliga. Und damals wie heute hat man einen neuen Trainer. Christian Seeber möchte das schaffen, was vergangenes Jahr Matteo Battista gelang: den FC vor dem Abstieg retten. Am besten mit einem Dreier gleich im ersten Spiel am Sonntag (15 Uhr) gegen den TSV Münchingen.

Im Unterschied zur Situation von vor einem Jahr sind es diesmal aber „nur“ drei Punkte Rückstand auf Platz zwölf, der zumindest die Relegation bedeuten würde. Allerdings stehen auf den Rängen 13 und 14 mit dem TSV Eltingen und dem SV Schluchtern zwei Teams, die man dort vor der Saison nun gar nicht erwartet hatte und von denen die meisten glauben, dass sie da noch rauskommen. Schlechte Karten also für den FC? Seeber winkt ab: „Wir müssen nach uns schauen und Gas geben. Wer dann letztlich vor und vor allem hinter uns steht, ist doch egal. Die Liga ist so ausgeglichen, dass jeder gegen jeden punkten kann.“ Seine Jungs jedenfalls seien absolut heiß auf den Start. Vier Spieler aus dem Kader der Hinrunde haben den FC in der Winterpause verlassen. Marius Heusel ging nach Erdmannhausen zurück, Thilo Hesser nach Backnang und Espen Wilhelm, der aufgrund von Rückenproblemen kein Pflichtspiel für die Marbacher bestritten hatte, wechselte nach Kirchberg. Am schwersten aber wiegt sicherlich der Abschied von Patryk Jedrzejczyk. Der schnelle Offensivmann – für viele vor einem Jahr die entscheidende Verstärkung für den Klassenerhalt – ist nach Hannover umgezogen und spielt nun auch dort. Doch Christian Seeber hält nichts von Jammerei: „Ich muss mit den Spielern arbeiten, die ich habe.“ Aber auch von denen fehlen zum Auftakt einige: „Jerry Kleiss hat eine Bauchmuskelzerrung, ihn habe ich in der Vorbereitung nur zweimal gesehen. Charalampos Xanthopoulos war zunächst krank, jetzt hat er einen entzündeten Nagel. Marvin Goncalves hat einen Außenbandriss im Knie, Haiko Eggert plagt sich mit Wadenproblemen, und Julian Kübler hat eine Oberschenkelzerrung“, zählt der Coach auf. Und dennoch ist er optimistisch: „Die Jungs ziehen alle voll mit. Auch die jungen Spieler beißen sich voll rein.“ Zu denen zählt übrigens auch Angelo De Capua, der nach einem halben Jahr bei der A-Jugend des SGV Freiberg wieder nach Marbach zurückgekehrt ist.

Im letzten Vorbereitungsspiel am vergangenen Samstag beim Verbandsligisten VfB Neckarrems erzielte er sogar ein Tor. Zweimal glichen die Schillerstädter dort einen Rückstand aus, kassierten aber in der letzten halben Stunde noch vier Treffer zum 2:6. „Wir haben Gutes gesehen, aber auch Fehler. Aber es ist ja besser, wenn wir die Fehler in der Vorbereitung bemerken“, findet Seeber. Gegen den TSV Münchingen am Sonntag sollen diese jedoch möglichst ausbleiben, anders als beim 0:4 im Hinspiel. „Das ist eine disziplinierte, giftige und zweikampfstarke Truppe“, weiß der Marbacher Trainer. Er erwartet ein zunächst „eher verhaltenes, taktisches Spiel“. Dieses wird übrigens auf dem Kunstrasen stattfinden. „Wir haben noch kein einziges Mal auf Naturrasen trainiert. Das wäre ja Unsinn“, sagt Seeber.

Der Naturrasen wird somit noch geschont. Denn am kommenden Dienstag (19 Uhr) erwartet der FC den VfB Stuttgart II zum Freundschaftsspiel. Dann wird das kürzlich umbenannte HAINBUCH STADION offiziell eingeweiht. „Da freuen sich alle drauf“, sagt Seeber. Mit drei Punkten am Sonntag wäre die Freude bestimmt noch größer. Der FC will die nächste Aufholjagd starten.