Spielberichte 1. Mannschaft

FC Marbach - TURA Untermünkheim 0:2

        von Ritter

Ein Weitschuss bricht dem FC das Genick

Lars Laucke, Marbach - Niemand kann sagen, dass man beim FC Marbach nicht alles für den Klassenerhalt gegeben hätte – das gilt sowohl für die Mannschaft als auch für das Umfeld. Beim letzten Saisonspiel gegen TURA Untermünkheim stand die Vereinsvorsitzende Sibylle Wieland am Eingang und übergab jedem Zuschauer Klatschhände aus Plastik und ein Blatt, auf dem der FC-Kader und die Fangesänge aufgeführt waren. Zudem gab es den Aufruf, bei der Vorstellung der Mannschaft doch bitte die Nachnamen der Spieler laut mitzurufen. „Gemeinsam zum Klassenerhalt“, lautete das Motto, der für das Erreichen des Relegationsplatzes notwendige Sieg sollte so förmlich erzwungen werden.

Doch ebenso wie das erhoffte laute Mitbrüllen der Namen eher zu einem dezenten Gemurmel mutierte, war auch der ersehnte Sturmlauf der Mannschaft nicht von Erfolg gekrönt. Die Marbacher kämpften zwar alle bis zur letzten Sekunde, doch es war einmal mehr die mangelnde Durchschlagskraft in der Offensive, die den FC letztlich scheitern ließ. Während die Gäste zu Beginn die Partie dominierten, ohne dabei aber wirklich gefährlich zu werden, kamen die Schillerstädter ab der 20. Minute besser ins Spiel. Eine erste Chance hatte Patrick Flamm in der 28. Minute bei einem Konter über die rechte Seite. Seinen Schuss wehrte TURA-Schlussmann Lukas Dambach nach vorne ab – eigentlich eine Todsünde. Doch der mitgelaufene Angelo De Capua hatte auf die „richtige“ Reaktion des Keepers spekuliert und lauerte am langen Pfosten. Zwei Minuten später war Flamm dann frei vor Dambach im Gäste-Strafraum, doch der Untermünkheimer rettete mit einer Glanztat seinem Team das 0:0, mit dem es dann auch in die Pause ging.

Zehn Minuten nach dem Wechsel zog Flamm über die linke Seite in den Strafraum und legte auf De Capua ab. Diesmal war Dambach schon geschlagen, doch wurde De Capuas Schuss im letzten Moment von einem TURA-Verteidiger geblockt. „Eine der Chancen muss man in einem solchen Spiel halt machen“, stellte FC-Trainer Christian Seeber später fest. So kamen die Gäste quasi aus dem Nichts zur Führung, als Sebastian Mechnik aus 25 Metern den Ball unhaltbar für FC-Keeper Dennis Vorbusch zum 0:1 versenkte – es war der Genickbruch für die Marbacher. Denn trotz allen Kampfes und zehn Minuten Nachspielzeit kamen sie zu keiner wirklich guten Chance mehr, sondern liefen noch in einen Konter, der zu einem Foul-Elfmeter führte – mit dem 0:2 (92.) war der Abstieg der Marbacher endgültig besiegelt.

„Ich kann niemandem einen Vorwurf machen, die Mannschaft hat alles gegeben. Letztlich hat uns, wie in der gesamten Rückrunde, die Ballsicherheit und die Cleverness in der Offensive gefehlt“, befand Seeber, der zusammen mit Co-Trainer Toni Carneiro nun in der Bezirksliga einen neuen Anlauf nehmen will. „Die Mannschaft bleibt komplett zusammen, mit Dominik Weinzierl von 07 Ludwigsburg und Philipp Bez vom TSV Affalterbach stehen zwei Neuzugänge bereits fest“, blickt Seeber trotz des Abstiegs optimistisch nach vorne. Und Sibylle Wieland betonte, „dass kein einziger Spieler seinen Verbleib beim FC Marbach von der Ligazugehörigkeit abhängig gemacht hat. Das spricht ganz klar für den Charakter der Mannschaft.“ Umso ärgerlicher ist daher der Abstieg für die Schillerstädter, den Innenverteidiger Haiko Eggert brachte es nach dem Schlusspfiff auf den Punkt: „Bei nur zwei direkten Absteigern war es wohl nie so leicht, den Klassenerhalt in der Landesliga zu schaffen.“ So wie die Untermünkheimer, die dank des Sieges sogar noch den SV Kornwestheim auf den Relegationsplatz verwiesen und sich nun schon auf mindestens ein weiteres Jahr in der Landesliga freuen dürfen.

FC Marbach:
 Vorbusch – Kolak, Eggert, Kleiss, Möhle – Goncalves (68. Fortino), Dias (75. Fees), Gallert, Yildirim (57. De Pilla) – Flamm, De Capua.