Spielberichte 1. Mannschaft

FC Marbach : TV Neckarweihingen 1.1

        von Ritter

FC Marbach ist zu temperamentlos

Patryk Jedrzejcyk (rechts) hat immer wieder versucht, Dampf zu machen. Foto: avanti
Patryk Jedrzejcyk (rechts) hat immer wieder versucht, Dampf zu machen. Foto: avanti

Julia Spors, Marbach - Auf ein umkämpftes Spiel hatte sich der FC Marbach ja bereits im Vorfeld gegen Kellerkind TV Neckarweihingen eingestellt. Dass es so mürbe werden würde, wie es letztlich wurde, das hatte aber wohl keiner erwartet gegen den 14. der Liga. „Es war teilweise ziemlich schleppend. Vor allem die erste Halbzeit, in der wir dennoch dominiert haben“, meinte FC-Trainer Christian Seeber nach dem Abpfiff. Wirklich etwas gebracht hat den Schillerstädtern diese Dominanz aber nicht. Schuld daran waren eine Unachtsamkeit in der 65. Minute sowie die fehlende Präzision im Abschluss. „Über außen haben wir uns öfter mal ganz gut durchgespielt, aber in der Mitte war dann nie einer da, wo er hätte sein sollen“, meinte Seeber und fand: „Uns hat heute einfach das rich­tige Temperament gefehlt. Das Feuer.“

Das ließen die Hausherren nur kurz nach der Pause einmal aufblitzen. Eine Viertelstunde lang etwa. In diesen 15 Minuten überrannten die Schillerstädter die Gäste aus Neckarweihingen förmlich. Immer wieder setzten sie sich auf den Außenbahnen durch und sorgten mit ihren Flanken für Gefahr im gegnerischen Strafraum. Ecke folgte auf Ecke. Doch nur einmal brachte eine Standardsituation auch was ein. In der 48. Minute war das. Nach einem Freistoß des durchweg aufopferungsvollen und laufstarken Patryk Jedrzejcyk stand Innenverteidiger Philipp Bez goldrichtig, sprang am höchsten und köpfte den Ball zur längst fälligen 1:0-Führung ins Netz. „Danach hätten wir direkt das 2:0 nach­legen müssen. Es ist wirklich ärgerlich, dass wir das nicht getan haben“, meinte Christian Seeber. Denn Chancen gab es zuhauf in der besten Marbacher Phase. Einen Schuss von Angelo de Capua aus rund 18 Metern konnte Gäste-Keeper Jens Wiesenauer aber zur Ecke klären (53.) und auch gegen Muhammet Kodal (55.) war er mit einer Top-Parade zur Stelle. Die fehlende Inkonsequenz der Hausherren: Sie wurde kurz danach bestraft.

Nach einer Kopfballverlängerung im Mittelfeld stand Neckarweihingens Christian Polziehn plötzlich 20 Meter vor dem Tor völlig frei, zog ab und donnerte den Ball mit voller Wucht in die Maschen. Ein schönes Tor, das die Gastgeber jedoch ziemlich ärgerte. „Das darf nicht fallen“, meinte der FC-Coach, der direkt danach mit Patrick Flamm neuen Wind für die Offensive brachte. Doch auch Flamm konnte am ges­trigen Sonntag nichts ausrichten. Ebenso wie seine Mitspieler blieb er immer wieder an seinen Gegenspielern hängen oder ließ die Präzision beim Abschluss sowie bei Pässen vermissen. Am Ende blieb es deshalb beim mageren 1:1-Unenschieden, mit dem die Marbacher absolut nicht zufrieden waren. Anders als die Gäste, die freudestrahlend über den Platz tanzten. „Das ist ärgerlich. Wir müssen jetzt erst mal durchatmen und das verarbeiten“, meinte der Coach. Der FC rutschte nach der Niederlage von Rang fünf auf sechs ab und hat nun vier Punkte Rückstand auf Platz zwei.

FC Marbach:
 Vorbusch – Möhle, Bez, Eggert, Weinzierl (80. Sremac) – Fees, Kraguljac, Macias, Jedrzejcyk – Kodal, de Capua (65. Flamm).